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Die Stählerne Zeit (1): Die Not der Weber Drehbuch & Regie: Anne Roerkohl
ARD, WDR, SR 2008, 45 Min.

Hermann Enters, ein deutscher Auswanderer, stirbt 1940 in Milwaukee/USA. Er hinterlässt ein einmaliges Dokument: Seine Lebensgeschichte, aufgeschrieben für seine Geschwister in Deutschland. Er schildert darin seine Kindheit als Sohn eines Bandwirkers um 1850 im Bergischen Land.

Die Region um das Wuppertal ist im frühen 19. Jahrhundert das „deutsche Manchester“: Überall werden Fabriken gebaut, Wasserräder errichtet, Dampfmaschinen aufgestellt. Zu den Wirtschaftspionieren gehört der streng reformierte Friedrich Engels (1796-1860), gleichnamiger Vater des späteren Mitbegründers des Kommunismus. Engels Sen. gründet 1838 eine Textilfabrik in Engelskirchen und wird – auch mit Hilfe von Kinderarbeit – reich.

Währenddessen erlebt Hermann Enters die Kehrseite der Industrialisierung. Sein Vater kann trotz härtester Arbeit die Familie kaum ernähren. Statt einer Kaufmannslehre, wird Hermann Enters am Ende an einen Schlosser verkauft – die Eltern bekommen dafür einen neuen Ofen.

Ausgehend von den schriftlichen Quellen beider Männer erzählt der Film die Lebensgeschichten der beiden Protagonisten zwischen 1856 und 1862. Durch die parallele Erzählweise werden die Unterschiede in den Lebens- und Arbeitswelten von Unternehmer- und Arbeiterschicht deutlich.

Produktion: Cinecentrum GmbH Hamburg im Auftrag des WDR/SR.

Weitere Informationen unter: http://www.daserste.de/staehlernezeit/

Hermann Enters und sein Vater, Szene aus dem Film
Dreharbeiten im Engelshaus, Wuppertal-Barmen
Kinderarbeit in einer Textilfabrik, Frances Trollope 1840
Elendsquartiere in London, Gustave Doré 1872